Jusos Dithmarschen

Mitmachen bei den Jusos?

Kontakt:

Jungsozialistinnen und Jungsozialisten Dithmarschen

Hamburger Straße 2
25746 Heide
Tel: 0481-86936
Fax: 0481-86208

Kreisvorsitzender:
Erik Krämer
Weddingstedter Str.46
25746 Heide
Mail: Kraemer.erik@yahoo.de.de

Für uns im Europaparlament

Mitmachen in der SPD?
Die Geschichte der Jusos

Die Geschichte der Jusos bzw. der sozialistischen Jugendbewegung ist eine Geschichte von  jungen kämpferischen und nachdenklichen Menschen, die eine neue, bessere Welt aufbauen wollten und die den Mut hatten, auch mal gegen den Strom zu schwimmen.

Uns Jusos gibt es nicht erst seit heute. Die Geschichte der Bewegung, aus der wir kommen, der sozialistischen Jugendbewegung, ist fast so alt wie das 20. Jahrhundert. Eigentlich noch älter, denn als Mitte des 19. Jahrhunderts Arbeiterinnen und Arbeiter überall auf der Welt beschlossen, selbst etwas gegen ihre unerträgliche Lebenssituation und das kapitalistische System, das diese verursacht und sich daran bereichert, zu unternehmen, waren auch Jugendliche mit von der Partie. Doch während sich die Älteren (und am Anfang auch nur die Männer) durch sozialistische Parteien eigene, immer stärker werdende Organisationsformen gaben, verhinderten Vereinsgesetze und Polizei die Gründung von Jugendorganisationen. Als sich 1904 der 16jährige Graveurlehrling Max Peter wegen den ständigen Schikanen durch seinen Meister im Grunewald erhängte, war das Maß voll. Am 10.Oktober 1904 wurde in einer Berliner Kneipe der erste Arbeiterjugendverein gegründet. Die Lawine kam ins Rollen. Überall in Deutschland schlossen sich junge Arbeiterinnen und Arbeiter in eigenen Vereinen zusammen - die sozialistische Jugendbewegung war geboren.

Die Mutterpartei SPD war darüber gar nicht so glücklich. Die neuen Jugendorganisationen wurden mit viel Skepsis betrachtet und vor allem jene Funktionäre, die es sich eigentlich schon ganz gut eingerichtet hatten und weniger für die SPD, sondern mehr von der Arbeiterbewegung lebten, hatten gar kein Interesse an allzuviel ungestümer Kampfentschlossenheit und fürchteten, die Jugend könne sich zu sehr der Parteilinken zuneigen. Und das war gar nicht so unbegründet. Bereits 1907 gab es einen internationalen Zusammenschluss: die Sozialistische Jugendinternationale. Für Deutschland im leitenden Büro: Karl Liebknecht. Besonders widmete sich die Jugendorganisation dem Kampf gegen Militarismus und dem drohenden Krieg. Obwohl sich alle sozialistischen Parteien der Welt einig waren, es nicht zu tun, unterstützten die meisten von ihnen den 1.Weltkrieg. Auch die SPD. Während viele ihrer älteren Herren im Reichstag seufzten, dass man in der Stunde der Not das Vaterland nicht im Stich lassen dürfe, ließen in den folgenden vier Jahren Millionen von jungen Männern aller Nationen ihr Leben auf dem Schlachtfeldern und das daheimgebliebene Volk hungerte. Als später eine Gruppe von SPD Reichstagsabgeordneten dem Bau von Panzerkreuzern nicht zustimmen wollte und ausgeschlossen wurde, gründete sie eine neue Partei: die sozialistische Arbeiterpartei (SAP). Die SAP sollte eine Splitterpartei bleiben, hatte aber eine recht große Anziehungskraft auf die sozialdemokratische Linke.

Nicht nur viele Jungsozialisten schlossen sich ihr an, sondern auch ganze Gruppen der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend). So auch die Lübecker Untergliederung, in der ein junger Sozialist Mitglied war, der später unter dem Namen Willy Brandt noch eine Rolle spielen sollte... Die Jusos hatten schon frühzeitig die Gefahr des aufkommenden Faschismus erkannt und auf eine antifaschistische Einheitsfront gedrängt. Viel zu spät wurde diese in die Tat umgesetzt. Die historische Alternative Sozialismus oder Barbarei, die Rosa Luxemburg 1918 formuliert hatte, wurde vorläufig mit Barbarei beantwortet. Gerade die sozialistische Jugendbewegung brachte eine große Zahl von Opfern im antifaschistischen Widerstandskampf. Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg gründete sich die SPD neu und gleich einen Jugendverband mit: Die Jungsozialisten, also uns. Dieser Jugendverband war aber erst einmal nur eine Arbeitsgemeinschaft der SPD. Damit wollte man die Jugend enger an die Partei binden und wohl ein Ausbrechen nach links wie in der Weimarer Republik verhindern, räumte den Jusos aber natürlich auch gewisse Eingriffsrechte ein.


Die Rechnung ging zunächst auf. Die Jusos waren in den fünfziger Jahren eine lammfromme Nachwuchsorganisation, die nachbetete, was die Partei vorgab, Plakate klebte und auch schon mal Genossinnen im Badeanzug auf Stimmenfang schickte. Dies änderte sich ziemlich schlagartig Ende der sechziger Jahre. Die außerparlamentarische Opposition gegen Verdrängung der Nazivergangenheit, Vietnamkrieg und Notstandsgesetze ging auch an den Jusos nicht spurlos vorbei und führte zu einer enormen Politisierung der Juso-Basis, die dann auf dem Juso- Bundeskongress 1969 zum Ausdruck kam. Bevor er zurücktreten konnte, wurde der bis dahin amtierende Juso- Bundesvorstand in die Wüste geschickt. Der damalige stellvertretende Bundesvorsitzende Müller wurde sogar soweit weggeschickt, dass er später für die CSU im Bundestag saß... Die Linkswende war vollzogen. Die Jusos entwickelten sich zu einem eigenständigen sozialistischen Jugend- und Richtungsverband.

Die Jusos und die organisierte SPD-Parteilinke waren es immer wieder, die in der Folge der Linkswende 1969 auf der Basis einer umfassenden Kapitalismusanalyse von der SPD eine konsequent antikapitalistische Politik einforderten. Diese Politik sollte sich an den Grundsätzen des Demokratischen Sozialismus orientieren und Schritte aufzeigen, wie die Macht der Konzerne und Banken zurückgedrängt und die kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung überwunden werden kann. Der Weg dort hin, sowie die Strategie und politische Praxis, war jedoch auch innerhalb der Jusos umstritten, was sich in der Herausbildung der heute vielleicht anachronistisch wirkenden Juso-Strömungen manifestierte.

Sehr früh nach der Linkswende wurde deutlich, dass es innerhalb der Jusos ein ganz unterschiedliches Verständnis davon gab, wie sich der Jugendverband als linke Kraft innerhalb der SPD strategisch ausrichten soll und welches Staatsverständnis jungsozialistischer Politik zugrunde liegen soll. Einigendes Band war allerdings immer der linke und sozialistische Richtungsverband. Die Fraktionen, die sich Anfang der 70er Jahre herausbildeten, waren die Reformsozialisten, der Hannoveraner Kreis (Stamokap) und die Antirevisionisten (dazu zählte übrigens der uns allen bekannte Gerhard Schröder). Deren politische Ausrichtung ist nachfolgend kurz dargelegt:  Die Reformsozialisten (Refos), auch „undogmatische“ Jusos genannt, die bis Ende der 70er Jahre eine Mehrheit im Juso-Verband stellten, standen für eine Politik der sog. systemüberwindenden Reformen. Das heißt, sie wollten schrittweise die kapitalistische Wirtschaftsweise auf reformistischen Wege überwinden. Stamokap (Staatsmonopolistischer Kapitalismus): Der marxistische Stamokapflügel der Jusos kritisierte den reformistischen Ansatz fundamental. Ihm ging es darum, grundsätzlich mit der Logik des Kapitalismus zu brechen. Im Staat, der von den Stamokaps als nicht neutral angesehen wurde, sahen sie in erster Linie ein Instrument zur Durchsetzung kapitalistischer Interessen (Staat als ideeller Gesamtkapitalist). Ziel war die völlige Überwindung der Kapitalmacht durch die Änderung der Eigentumsverhältnisse, wobei in der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien und in der Überführung der Produktionsmittel in gesellschaftliches Eigentum eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels gesehen wurde. Die Antirevisionisten befanden sich ebenfalls in Opposition zu den Reformsozialisten, aber auch in Teilbereichen zu den Stamokaps. Sie setzten auf die Bedeutung von Basisbewegungen und gesellschaftlicher, vor allem gewerkschaftlicher Gegenmacht. Gegenüber der Stamokap-Theorie, die im Staat ein Werkzeug der Konzerne sah, schrieben die Antirevisionisten ihm eher eine eigenständigere Rolle zu.

Weitgehende Übereinstimmungen bestand jeodch bezüglich der Strategie der gleichzeitigen Mitwirkung von Jusos in sozialen Bewegungen und in der Partei.  In der Praxis haben sich die Jusos eine unabhängigere Haltung gegenüber der Mutterpartei bewahrt, als z.B. die formal selbstständige Junge Union gegenüber der CDU/CSU. Die Juso-Politik veränderte sich von Grund auf. Doppelstrategie hieß das neue Zauberwort. Das hieß, in der Partei und in den Bewegungen (also Friedens-, Solidaritäts-, Antiatomkraft- und Antifa-Bewegung) arbeiten und die Inhalte der Bewegungen in die Partei bringen, um diese von links zu verändern und wieder dazu zu bringen, eine Politik im Interesse der abhängig Beschäftigten zu machen. Der SPD passte dies gar nicht in den Kram, und es kam zu harten Auseinandersetzungen, die 1977 im Parteiausschluss des Juso- Bundesvorsitzenden Klaus-Uwe Benneter gipfelten (der nach der Wiedervereinigung für die SPD im Bundestag saß und 2002 sogar zumGeneralsekretär aufstieg). Dennoch konnten die Jusos ihre Rolle behaupten und bei allen Streitereien ist in der SPD einiges durchgesetzt worden: die Ablehnung des Nato-Doppelbeschlusses, der Atomausstiegsbeschluss, die Quotierung für Frauen, die weitgehende Ablehnung des §218 StGB und das Wiederaufgreifen sozialistischer und marxistischer Elemente im Grundsatzprogramm der SPD. Das alles sind Erfolge, an denen die Jusos der siebziger und achtziger Jahre entscheidend beteiligt waren.

Im Zuge des Umbruchs der DDR gründete sich dort nicht nur eine Sozialdemokratische Partei, sondern 1990 auch eine Jugendorganisation, die sich zunächst Junge Sozialdemokraten nannte. Klar, dass das Zusammenwirken von Ost- und Westjusos vor allem am Anfang nicht einfach war; zu unterschiedlich waren die Erfahrungen, die jede und jeder einzubringen hatte. Und doch - auch hier wuchs zusammen, was zusammen gehörte - lernte man voneinander und stritt zunehmend für gemeinsame Ziele. Seit dem Bundeskongress 1991 gibt es uns in allen Teilen der Bundesrepublik als einen Jugendverband. Jedoch ist die Wiederaufbauarbeit auch nach über 10 Jahren nach Neu-Gründung der Jusos im Osten noch nicht abgeschlossen. Zu tief saß und sitzt das Misstrauen nach Auflösung der FDJ gegenüber sozialistischen Jugendorganisationen. Auch die Umbenennung der ehemaligen DDR-Staatspartei SED in PDS trug und trägt bei vielen Menschen zu einem fragwürdigem Verständnis und Anspruch an den demokratischen Sozialismus bei.

Nichts desto trotz sind es nach wie vor wir Jusos, welche die SPD zu einer offenen und konstruktiven Auseinandersetzung mit allen linken Kräften in der Gesellschaft drängen. Dazu gehört für uns, sich gleichsam mit der Geschichte und der Gegenwart auseinanderzusetzen, um nach echten politischen Alternativen zum neoliberalen Mainstream zu suchen. Also unsere Geschichte ist alles andere als langweilig und sie ist ganz und gar nicht zu Ende. Im Gegenteil, jeden Tag passiert ein Stück davon, und das beste ist: 

Du kannst dabei sein!

 

 
Unser Kanzlerkandidat Martin Schulz

Informiert sein?

Du willst dich über das politische Geschehen in Dithmarschen aufm laufenden halten? Dann schreibe uns eine Mail an info@jusos-dithmarschen.de und wir nehmen dich gerne auf unseren Verteiler!

Jusos bei Facebook

 

Nazis raus!